Samstag, 9. Juni 2012

Uranus-Pluto Quadrat 2012: Brücke von den 60ern ins Heute

Uranus Pluto Konjunktion der sechziger Jahre

Frei nach Bertold Brecht: Will unter mir keinen Sklaven sehn und über mir keinen Herrn.

Heute ist Uranus nur noch 0:39 Grad vom ersten exakten Quadrat zu Pluto entfernt, insgesamt sieben Quadrate werden in den nächsten 3 Jahren  viel Unruhe und tiefgreifende Veränderungen  verursachen. Deshalb möchte ich Euch ein wenig über den Zyklus dieser beiden Planeten erzählen und den Zusammenhang zwischen dem Zeitgeist  der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts und dem der zehner Jahre im neuen Jahrtausend aus meiner astrologischer Sicht heraus erklären.


Ein neuer Uranus-Pluto-Zyklus begann in den sechziger Jahren,  damals standen diese beiden mächtigen Planeten im Zusammenschein, der Konjunktion - die  Kräfte verschmolzen miteinander zu einem Neuanfang:
Jedes Mal, wenn diese beiden Planeten eine Konjunktion eingehen, ein Quadrat oder eine Opposition bilden, dann geht es hoch her auf der Erde, so viel kann ich mal versichern, ohne mich weit aus dem Fenster zu lehnen :o)
Uranus-Pluto Konjunktion

Uranus, ich nenne ihn den Zugang zur kosmischen Bibliothek des Wissens. Das Licht der Erkenntnis trifft uns manchesmal wie ein Blitz, uns geht' sozusagen ein Licht auf. Zufälle lassen uns staunen. Er beschleunigt das Tempo  nicht um das doppelte, dreifache, sondern gleich um das dreihundertfache - so  regiert er  nicht nur über geniale "Einfälle" und Erfindungen ( die Elektrizität, die Technologie, Komputer und die Luft- und Raumfahrt) sondern auch für Unfälle. Die geschehn ja meist, wenn man in Gedanken ganz woanders ist, als bei dem, was man gerade macht. Es ist dieses ungewöhnliche Tempo, das grosse Nervosität hervorruft, wenn Uranus unter herausfordernden Aspekten steht. Auch Schlaflosigkeit, da hilft zu dieser Zeit nur ein oppulentes Mahl am Abend :o) Zwar auf Dauer nicht gerade gesund, jedoch sehr hilfreich in diesem Falle.

Generell kann man in diesen Zeiten Geistesgegenwart empfehlen. Jedoch die Technik - auf diesen Gebieten kann man übrigens mit plötzlichen, bahnbrechenden Erfindungen rechnen - ist nur die eine Seite der Wirksamkeit dieses Planeten, denn andrerseits wohnt ihm  ein unbändiger Freiheitsdrang und Idealismus inne: Alle Menschen werden Brüder, könnte da sein Leitspruch sein. Alle zukunftsorientierten Gruppierungen, wie die Graswurzel-Bewegungen stehen unter Uranus und somit  regiert er auch über Freiheitskämpfe, ja Revolutionen, wenn sich diesem Freiheitsgeist Autoritäten in den Weg stellen. Zu Uranus könnte man auch sagen: Alles was wir uns ausdenken können, genau das geschieht nicht, sondern etwas ganz anderes. Wer hätte schon damit gerechnet, dass ausgerechnet in der arabischen Welt eine Revolution ausbricht? Oder dass die Mauer fällt, auch dabei spielte Uranus, allerdings in einer anderen Konfiguration, eine entscheidende Rolle.

Pluto ist Power pur: Wenn dieser Planet am Wirken ist, dann gehts ans Eingemachte. Da nützt es gar nichts, wenn ihn Wissenschaftler ob seiner Grösse den Planetenstatus absprechen, da lacht der sich nur ins Fäustchen: Klein aber oho! Das "stirb und werde" ist plutonisch, die Metamorphose. Da fällt mir ein lustiger Spruch des Münchner Astrologen Wolfgang Döbereiner  ein, ich versuch ihn dem Sinne nach wieder zu geben: Es gibt Zeiten, da befindet sich die menschliche Seele wie in einer Art Kokon - lange Zeit geht einfach nichts weiter, man fühlt sich beengt, wird ungeduldig, vielleicht sogar deshalb depressif, weil man es nicht versteht, was da mit einem geschieht und versucht, oft mit Hilfe von Therapeuten, den Kokon zu durchbrechen: Da braucht man sich dann gar nicht zu wundern, dass man mit nur einen Flügel aus dem vorzeitig zerbrochenen Kokon herauskommt :o)
Die tiefsten Schichten des menschlichen Seins,  unter der dünnen Schicht der Zivilisation verborgen, beginnen unter dem plutonischen Einfluss  an zu rumoren, geraten in Bewegung und versetzen uns oft in Angst und Schrecken vor dem Unbekannten. Das kann man sich bildlich vorstellen wie das Rumoren eines Vulkans vor dem Ausbruch, das Grollen der Erden vor einem Erdbeben. Wenn die Katastrophe dann hereingebrochen ist,  sind dann auch gleich mit den Hilfsorganisationen  die Geologen zur Stelle: Der Vulkan könnte ja auch ein paar Diamanten ausgespuckt haben... Denn Pluto, als griechischer Gott der Unterwelt, ist auch der Hüter verborgener Schätze, nicht nur unter der Erde, sondern auch in unserer Seele auf ihrer Evolutionsreise durchs Leben. Die Zerstörungskraft Plutos gilt hauptsächlich allem Überholten, das die weitere Entwicklung hemmt.

Wenn sich die Kräfte dieser beiden Planeten in der Konjunktion vereinen, dann setzen sie kollektiv einen neuen originellen (Uranus) mächtigen (Pluto) "Zeitgeist" frei. Stösst der Ausdruck dieses Zeitgeistes, der sich meist in jungen, noch flexiblen Köpfen manifestiert,  auf den  Widerstand jener, die auf  alten, eingefahrenen Gleisen verharren wollen, dann ergibt das logischerweise einen heftigen Zusammenstoss - eine Revolution.  In den 60ern war es noch eine Revolte, heftig im Mai 1968, jedoch mit viel Musik 1969.  Bob Dylans Lied : "The times they are a changing" fing beinah visionär genau diesen Zeitgeist ein, der sich dann - scheinbar nur - verflüchtigte. Jedoch nun mit den grossen Kreuzen wesentlich  heftiger, diesesmal als echte Revolution wieder auftaucht. Hören wir uns einen Ausschnitt dieser Dylan Hymne noch einmal bewusst an. Ist zwar eine Cover-Version, jedoch eine wirklich hervorragende:




Das ist  und bleibt wohl die  Hymne für diesen neuen Zeitgeist. Die Jugend von damals in ihrem begeisterten, unglaublich kreativen Uberschwang des Neuanfangs, dachten natürlich, dass ihnen der Durchbruch auf der Stelle gelingen würde. Dem war leider nicht so, denn die alten Mächte mandelten sich wieder auf, bis hin zum heutigen Raubtierkapitalismus einschliesslich dem schon ans Groteske grenzende  Kontrollwahn. Doch nun, mehr als 40 Jahre nach dem Neuanfang während der Konjunktion, nähern sich diese beiden Planeten dem ersten, zunehmenden Quadrat, die Kräfte der beiden Planeten geraten sich sozusagen in die Quere  und das fordert geradezu eine Entscheidung heraus: Eine Aktion, die zur Konkretisierung  jener Ideen und Visionen führen soll, die  bei der  Konjunktion entstanden .

Die Unruhen, Rebellionen und Revolutionen im letzten Jahr, die waren erst der Vorgeschmack dessen, was jetzt auf uns zukommt. Doch keine Bange - unsere Welt wird deshalb nicht untergehen, wie das die Maya Doomsdayer emsig voraussagen.
Es wird jedoch ziemlich stürmisch, weil der alte Kampf zwischen Unterdrückern und Unterdrückten, zwischen  eingefahrenen Gleisen  und neuen Wegen , zwischen ohnmächtig und mächtig wieder ausbricht, vielleicht heftiger denn je, denn ein Quadrat zwischen den kardinalen Zeichen Widder und Steinbock hat von Haus aus einen stark  kriegerischen ( Mars/Saturn) Ton. Mit grosser Sorge sehe ich, wie sich  die Staatsgewalt bis an die Zähne bewaffnet: Furchterregende  schwarze, martialische Uniformen  riesiger Polizeiaufgebote in panzerartigen Fahrzeugen, die an Science-Fiction Filme erinnern, ja man hat in vielen Ländern bereits beschlossen, auch die Armee im Inneren einzusetzen. In Amerka sogar jene Special Forces in voller Montur, die in Afghanistan und im Irak brutal die Türen  verängstigter Bewohner eintreten...
Doch diese erfinderische Jugend lässt sich nicht einschüchtern, sie  will die alte Ordnung wie ein Frühlingssturm hinwegfegen und innerhalb weniger Jahre ein radikal anders, neues Gesellschaftsmodell auf die Beine stellen.
Die kanadische Staatsgewalt z.B. hat den zehntausenden Demonstranten nun verboten Masken zu tragen, sich zu vermummen und die Antwort der Studenten? Sie zogen  zu tausenden, bis auf die Unterwäsche nackt durch die Strassen von Montreal:o) Ob es so witzig und friedlich bleibt, ist unter dieser Konstellation wohl kaum zu erwarten, wenn man  bedenkt, dass die französische Revolution unter einer Uranus-Pluto Opposition in die dunkelste Phase des Volksaufstands, der "Grande Terreur' geriet, dann könnte es einem schon bange werden.
Jedoch auch die kulturgeschichtliche Epoche der Romantik  entstand unter einer Uranus-Pluto Konstellation - in den Jahren 1795/96 , als diese Opposition ein kreatives Dreieck mit Neptun bildete. Die Romantik entwickelte sich als Reaktion auf  die  ausschliesslich auf kühle Vernunft ausgerichtete  Philosophie der Aufklärung, aus ihr versuchten sich die Romantiker zu befreien, denn sie entdeckten in der Aufklärung einen Bruch, der die Welt spaltetet: In die Welt des  Vernunft-Monopols  und in die Welt des Gefühls und des Wunderbaren. Diesen Bruch und die hoffnungsvolle Wiedervereinigung beleuchtet Novalis in einem wundervollen Gedicht:

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die, so singen oder küssen
Mehr als die Tiefgelehrten wissen
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt zurückbegeben
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit wieder gatten
Wenn man in Märchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten
Dann fliegt vor einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort

Vor dem  geheimen Wort des romantischen Dichters - fliegt das ganze verkehrte Wesen fort (d. h. die gelehrte Wissenschaft samt ihren Methoden und Einzelerkenntnissen) und macht der Befreiung des Geistes aus der Unterdrückung durch Verstandes- und Gesellschaftsnormen Platz.
Wie schallt es doch zur Zeit von Kanadas demonstrierenden Studenten zu uns herüber:

"Eure Normen sind zu eng für uns!".
Doch auch dieses Aufbegehren wurde niedergebügelt - vorerst.


Uranus Pluto Konjunktionen, Quadrate und Oppositionen sind immer Meilensteine der Geschichte. Letztes Jahrhundert hatten wir ausser der Konjunktion in den sechzigern auch ein Quadrat in den dreissiger Jahren - the great Depression. So wie es ausschaut, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das äusserst wackelige Finanzsystem mit dem Quadrat voll aus den Angeln gehoben wird. Dann allerdings wird der Volkszorn wohl kaum mehr zu bändigen sein.


Das erste gradgenaue Quadrat ist zwar bereits am 24 Juni exakt, jedoch wählte ich die Zeichnung des ersten karmischen Kreuzes, das sich 3 Tage später gemeinsam mit der Sonne und dem Halbmond bildet.


Oben Sonne und Uranus - unten Mond und Pluto

Wann werden es die Mächtigen endlich begreifen, dass man sich der Evolution nicht in den Weg stellen sollte?  Oder wie der libanesische Poet Kahil Gibran in seinem Gedicht "Kinder" schrieb:

...ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen....




Uranus-Pluto UPDATES: 
http://karmaskop.blogspot.de/p/uranus-pluto-quadrat-updates.html

Kommentare:

  1. meine liebe edda, herzdank für deinen artikel zu uranus quadrat pluto. zur anschauung empfehle ich auch frankreich zu beobachten, mit dem neugewählten sozi hollande, mit dem richtigen vormamen an der spitze. françois muss man heissen, franzose muss man sein und eine ehrliche haut, unspektakulär in der erscheinung und da mit sparen anfangen wo anderer ihren sieg mit glanz und gloria inszenierten. frankreich erneut als vorbild, das gefällt mir.

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  2. Liebe Iren - danke Dir auch herzlich. Klar, auf Frankreich hab ich schon mit 16 nicht nur ein Auge geworfen :o)) Was den Journalisten hier völlig entgangen ist und wahrscheinlich mit dem fehlenden "esprit" zusammenhängt: Francois hat dem Sarkozy während seiner Antrittsrede schwerst eine reingebrettert! Er würdigte sämtliche Präsidenten der 5. Republik. Erst nannte er jeden beim Namen und dann lobte er deren Verdienste. Sämtliche? Nein, da gab es einen Präsidenten, den er zwar beim Namen nannte - jedoch die Rubrik "Verdienste" völlig unter das Rednerpult fallen liess - anstattdessen wünschte er ihm lediglich viel Glück auf dem neuen Weg, der sich nun vor ihm öffne. Wouw! Und hier hat das anscheinend keiner mitbekommen - schlechtes Personal bei den Medien.

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